Laue Sommerabende, die Wiesen sind voll von Sonnenhungrigen, andere entspannen sich in den Biergärten. Und ich gehe ins Kino und schaue mir den düsteren "Batman Begins" an. ![]()
Ich war nie ein Batman-Fan. Die Comics reizen mich nicht wirklich und auf der Leinwand konnte der Dunkle Ritter mich auch nie überzeugen. Die beiden Tim Burton Filme waren noch recht ordentlich, mehr auch nicht. Ich habe versucht mir die beiden Machwerke von Joel Schumacher im Fernsehen anzuschauen. Vollständig habe ich es weder bei "Batman Forever" noch bei "Batman & Robin" geschafft. Besonders letzterer ist ein Film, bei dem man alles andere machen möchte, nur nicht weitergucken. Und die Serie (und dessen Ablegerfilm) aus den Sechzigern sind ein Thema für sich. (Für das Protokoll: Die Serials aus den 30ern kenne ich garnicht)
Trotzdem stand der Kinobesuch nach den ganzen guten Kritiken und Meinungen zu "Batman Begins" ausser Frage. Bereut habe ich es nicht.
"Batman Begins" beschäftigt sich vor allem damit, wie Bruce Wayne zu Batman wird. Der Film nimmt sich erfreulich viel Zeit die 'Origin' zu erklären. Die ansonst typische Superheldengeschichte, in der Batman Gotham vor einem "Superschurken" rettet, steht im Hintergrund und ist fest mit Bruce Waynes Weg zum Helden verbunden. Der Film hat seine besten Momente, wenn die psychologische Seite der Hauptfigur beleuchtet wird. Trotzdem ist noch Raum für Action, vielleicht zu wenig. Leider sind die Kämpfe zu unübersichtlich. Nahaufnahmen mit wackelnden Handkameras und das ganze noch schnell geschnitten sind nicht zuschauerfreundlich. Das scheint ein Trend zu sein (siehe Riddick), der mir nicht gefällt.
Christian Bale füllt die Titelrolle voll aus. Seine Vorstellung als Batman ist bisher die beste von allen Schauspielern, die sich das Fledermauskostüm übergezogen haben. Er hat die nötige Ausstrahlung und Statur (wobei er nach meinem Empfinden während des Films noch an Muskelmasse zulegt). Zum Glück wirkt er in dem Kostüm niemals albern. Ich muss aber zugeben, das mir Michael Keaton als der normalere Bruce Wayne besser gefiel (dafür konnte er sein Alter Ego Batman nie ausfüllen).
Die Besetzung von "Batman Begins" ist aber in der Breite aussergewöhnlich. Der alte Gentleman Michael Caine passt perfekt in sein Rolle des Butlers Alfred. Gary Oldman (Inspector Gordon), Liam Neeson (Bruces Lehrer Ducard), Rutger Hauer, Cilian Murphy (Scarecrow), Morgan Freeman und Tom Wilkinson zeigen alle gute Leistungen. Das bei so vielen (guten) Schauspielern, auch einige hinten anstehen müssen, ist nur natürlich. Aber Ken Watanabe als Ra's Al Ghul ist enttäuschend. Katie Holmes wirkt als Staatsanwältin nicht glaubwürdig und spielt, als wäre sie noch bei "Dawsons Creek" und nicht in einer grossen Kinoproduktion. Ich werde sie in einer Fortsetzung nicht vermissen.
Die Inszenierung von Christopher Nolan ist flott und an keiner Stelle langweilig. Sein Gotham ist realistischer als Burton Version. Die Stadt ist heller, aber unter der Oberfläche wohl noch dreckiger.
"Batman Begins" ist eine willkommene Rückkehr des Dunklen Ritters und schlägt die vorherigen Filme um Längen. Ich habe mich prächtig unterhalten
.
Die freundlicheren Superhelden der Marke Spider-Man oder X-Men liegen mir persönlich aber am Ende doch einfach mehr.