Harte Politik gegen Kinder

Gestern lief wieder "Panorama" im Ersten. Von den ARD-Politmagazinen ist es mir die Liebste. Der linke NDR ist meiner eigenen Meinung meist am nächsten. Und die stellenweise satirische Berichterstattung tut ihr übriges.

Ein Bericht hat mich gestern besonders mitgenommen. Thema war die rigorose Abschiebungspolitik der Unionsländer. In deren Praxis werden auch Flüchtlinge abgeschoben, die seit vielen Jahren in Deutschland leben. Besonders hart trifft es natürlich die Kinder, die in Deutschland aufgewachsen und zum Teil auch hier geboren sind. Sie werden in von Bürgerkriegen verheerte und ihnen fremde Länder geschickt oder von ihren Eltern getrennt.
Ich kann die konservativen Politiker hier nicht verstehen. Sie hängen noch einem überholtem Weltbild voller Angst vor Überfremdung an, das sich mir vollkommen entzieht. Das Vorgehen ist nicht nur moralisch und menschlich nicht hinnehmbar, auch Wirtschaftsforscher mahnen heute doch schon, das wir in Zukunft Zuwanderung brauchen. Und dann werden deutsche Kinder, nichts anderes sind hier geborene und aufgewachsene Kinder (nur rechtlich nicht), ins Ungewisse aus dem Land gejagt.

Der Bericht hat aber auch gezielt versucht, Emotionen beim Zuschauer zu wecken. Das hat zumindest bei mir auch geklappt. Die rausgepickten Schicksale konnten mich fast zu Tränen rühren. Das dies auch an den zuständigen Verwaltungen nicht spurlos vorbeigeht, war zu sehen, als ein Kreisrat zu seiner persönlichen Meinung zu einer Familientrennung, bei der die Mutter zweier junger Mädchen abgeschoben wurde, gefragt wurde. Der Mann kam gehörig ins stottern und wollte keine Aussage abgeben, obwohl er sichtlich unglücklich war. Mit Schwarz-Schilling wurde aber noch einer interviewt, der zeigt, das es in dieser Sache auch ein paar Vernünftige in der CDU gibt.

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3 Kommentare

Kommentar from: Sebastian [Besucher] · http://www.seelenradio.de
Mhm, kein leichtes und auch kein angenehmes Thema. Schließlich geht es um Kinder. Zudem wurde es in der Sendung wirklich nur im Rahmen der wenigen Minuten recht einseitig beleuchtet.

Ist es nicht Aufgabe der Eltern, die Kinder darauf vorzubereiten, dass sie in Deutschland nur zu Gast sind? Dass sie eines Tages wieder dorthin zurückkehren müssen, woher die Eltern geflüchtet sind? Auf Zeit. Sollen Kinder eine Art Freibrief zum Bleiberecht werden?

Man kann auch nicht behaupten, Deutschland würde ständig und ohne Unterlass Abschiebungen betreiben.

http://www.bpb.de/publikationen/TF1GRM,0,Nr_31_Zuwanderung_nach_Deutschland.html
29.08.05 @ 10:41
Kommentar from: Tobias [Mitglied] E-Mail · http://www.tobiasniemitz.de/weblog
Sebastian schrieb:
Sollen Kinder eine Art Freibrief zum Bleiberecht werden?

Warum nicht, wenn sie hier geboren wurden oder einen nennenswerten Teil ihrer Kindheit hier verbracht haben. Von mir können sie gerne ein unbegrenztes Bleiberecht haben. Die Kinder sind für mich auch Deutsche und keine vorübergehend geduldeten Ausländer. Und Familientrennungen sind einfach nur inhuman.
30.08.05 @ 15:49
Kommentar from: Sebastian [Besucher] · http://www.seelenradio.de
Das Zerreißen einer Familie muss unterbunden werden. Das sollte bedeuten, wenn einer Person einer Familie das 'unbegrenzte Bleiberecht' zuerkannt wird, dann sollte die ganze Familie bleiben dürfen.

Und nein, ich finde nicht, dass Kinder einen Freifahrtsschein bedeuten dürfen. Das schreit geradezu nach Missbrauch. Ähnlich der Scheinehen. Diese Meinung ist wenig populär, ich weiß, aber ich stehe damit auch in deinem Lager ;) durchaus nicht allein da.

Klare Regelungen müssen her und das Wohl der Familien im Vordergrund stehen. Ich habe gesprochen =) .
10.09.05 @ 20:47

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