Gestern lief wieder "Panorama" im Ersten. Von den ARD-Politmagazinen ist es mir die Liebste. Der linke NDR ist meiner eigenen Meinung meist am nächsten. Und die stellenweise satirische Berichterstattung tut ihr übriges.
Ein Bericht hat mich gestern besonders mitgenommen. Thema war die rigorose Abschiebungspolitik der Unionsländer. In deren Praxis werden auch Flüchtlinge abgeschoben, die seit vielen Jahren in Deutschland leben. Besonders hart trifft es natürlich die Kinder, die in Deutschland aufgewachsen und zum Teil auch hier geboren sind. Sie werden in von Bürgerkriegen verheerte und ihnen fremde Länder geschickt oder von ihren Eltern getrennt.
Ich kann die konservativen Politiker hier nicht verstehen. Sie hängen noch einem überholtem Weltbild voller Angst vor Überfremdung an, das sich mir vollkommen entzieht. Das Vorgehen ist nicht nur moralisch und menschlich nicht hinnehmbar, auch Wirtschaftsforscher mahnen heute doch schon, das wir in Zukunft Zuwanderung brauchen. Und dann werden deutsche Kinder, nichts anderes sind hier geborene und aufgewachsene Kinder (nur rechtlich nicht), ins Ungewisse aus dem Land gejagt.
Der Bericht hat aber auch gezielt versucht, Emotionen beim Zuschauer zu wecken. Das hat zumindest bei mir auch geklappt. Die rausgepickten Schicksale konnten mich fast zu Tränen rühren. Das dies auch an den zuständigen Verwaltungen nicht spurlos vorbeigeht, war zu sehen, als ein Kreisrat zu seiner persönlichen Meinung zu einer Familientrennung, bei der die Mutter zweier junger Mädchen abgeschoben wurde, gefragt wurde. Der Mann kam gehörig ins stottern und wollte keine Aussage abgeben, obwohl er sichtlich unglücklich war. Mit Schwarz-Schilling wurde aber noch einer interviewt, der zeigt, das es in dieser Sache auch ein paar Vernünftige in der CDU gibt.