15. Internationales Trickfilm Festival Stuttgart

Donnerstag abend begann hier in der Stuttgarter Innenstadt das 15. Internationale Trickfilmfestival. Wie letztes Jahr waren wir in der Eröffnungsverantstaltung mit dem ersten Block im Internationalen Wettbewerb.
Vor dem Filmprogramm wurden die Jurys der verschiedenen Preise vorgestellt und einige Reden wurden gehalten. Ich begrüsse es sehr, das der Herr Ministerpräsident die Bedeutung des Festivals unterstreicht (und in seiner Rede die Finanzierung für die nächsten Jahre garantierte). Politisch kann ich mit Oettinger trotzdem nichts anfangen. Desweiteren ist der Mann für einen "Spitzenpolitiker" ein miserabler Redner. Seine stark-schwäbische Sprachfärbung und holprige Rhetorik sorgten für ungewollte Unterhaltung. Als Niedersachse stiess mir seine Spitze zum Thema Volkswagen und Porsche sauer auf.

Nach dem halben Dutzend Vorstellungen und Reden gab es aber auch ein Potpourri an Animationsfilmen.

Madame Tutli-Putli
Unglaublich, wie gut dieser Stop-Motion-Film aussieht. Technisch ist dieser zu recht mehrfach ausgezeichnete und Oscar-nominierte Kurzfilm brilliant. Es hapert aber etwas an der Story und deren Auflösung. Aber schöne Einzelideen und die reine Schönheit der Umsetzung liessen den Kurzfilmabend mit einem Highlight beginnen.

Premier Voyage (Their First Journey)
Diese französische Knetanimation über einen jungen Vater, der mit seiner zehn-Monate alten, sehr lebhafen Tochter eine längere Bahnfahrt unternimmt, hat den Humor auf seiner Seite. Das waren neun sehr unterhaltsame Minuten.

Möbleeraaja (The Next Move)
Anfangs war das finnische CG-Filmchen noch recht nett. Am Ende sind die 12:24 Minuten aber schon zu lang.

La Queue de la Souris (A Mouse's Tale)
Rau aussehende Formen und der Legetrick mit fast nur schwarzen, weissen und grauen Flächen sehen auf den ersten Blick billig aus, erweisen sich aber schnell als passende Begleitung für die schöne Geschichte. Toll.

Don't Let It Unravel
Was es nicht so alles gibt, ein quasi gestrickter Trickfilm. Laut der anwesenden Filmemacherin durfte ihre Mutter mit anderen einen Monat lang stricken, damit die ganze Arbeit in einer Woche Dreh wieder aufgetrennt wurde.
Die nervige Musik und die schwache erzählerische Seite halfen dem mahnenden Filmchen überhaupt nicht. Nette Idee und Intention, ansonsten schwach.

Global Warning
I don't believe in global warning, come and sing with me, Oooooo!!
Das Flashvideo sind eigentlich dilettantisch aus. Mit der Musik Marke Folkprotestsongverarsche macht es aber trotzdem viel Spaß.

Kleit (The Dress)
Sehen wir es als künstlerische Studentenübung und vergessen es einfach wieder.

Dog Days
Die Tochter einer amerikanischen Wohlstandsfamilie wird mit dem Hund eines White Trash-Paares vertauscht. Kranke Story, die nur teilweise Spaß macht.

Prof. Nieto Show 1: Brazilian Bug
Naja.

Hier noch ein schöner Trailer zum Festival:

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