Da ich mit Horrorfilmen nichts anfangen kann, blieben für mich bei den Fantasy Filmfest Nights nur zwei Filme. Einen davon hätte ich mir sparen sollen.
Aber erstmal zum erfreulichen Teil. Der koreanische Blockbuster The Good The Bad The Weird (Joheunnom nabbeunnom isanghannom) bedient sich, wie der Titel vermuten lässt, fleißig beim Italo-Western. Dabei ist er vielleicht nur noch abgedrehter. Ein guter Teil des Films besteht aus ausgiebigen Schusswechseln. Gnadenlos übertrieben, witzig und gnadenlos unterhaltsam.
Ich mag die Südkoreaner dafür, das sie ein solches Werk mit 7 Millionen Kinobesuchen zum erfolgreichsten Film im letzten Kalendarjahr machten. Ich glaube, ich muss mal wieder A Bittersweet Life vom gleichen Regisseur, Ji-woon Kim, sehen.
Den britische Beitrag Franklyn hat dagegen keinen Spaß bereitet. Der Film übernimmt sich mit seinen parallelen Geschichten über einen Killer in einer gotischen SF-Noirwelt und den im heutigen London spielenden Strängen um eine suizidalen Künstlerin, einem jungen Mann in einer Sinnkrise und einem Vater auf der Suche nach seinem Sohn. Zu häufig wird zwischen den Protagonisten gewechselt, das kein erzählerischer Fluss entsteht und einem die einzelnen Handlungsträger herzlich egal sind. Leider spielt nur ein geringer Teil in der phantastischen Parallelwelt mit der imposanten CGI-Kulissen und dem interessanten Gesellschaftssystem. Oder auch zum Glück, da Ryan Phillippe laut Drehbuch zu sehr den Noir-Helden geben muss und im Off grimmig Dauerschwafelt. Überhaupt fehlt im die körperliche Präsenz und Ausdrucksfähigkeit für eine Rolle als maskierter Rächer. Die anderen Darsteller haben besser zu ihnen passende Rollen, allen voran Eva Green als schöne, aber verlorene Kunststudentin.
Es gibt einige gute Ansätze. Die schützen nicht davor, das der Film unter seinen zu gewagten Ambitionen, der Tempoverschleppung und mittelmäßigem Schnitt zusammenbricht.