Teuerste Comic der Welt

In einer Woche wird es aller Voraussicht einen neuen Rekorderlös für ein Comicheft geben. Vor anderthalb Jahren wurde bei einer Auktion überschaubare $1,5 Millionen für eine gut erhaltene Ausgabe von Action Comics #1, dem ersten Auftritt von Superman und dem Startschuss für den amerikanischen Superheldencomic, bezahlt (für Eingeweihte Grade CGC 8.5). Gerade läuft eine Auktion mit einem noch besser erhaltenen Exemplar (CGC 9.0). Ich gehe davon aus, das diesmal die Zwei-Millionen-Dollar-Grenze durchbrochen wird. Vierzehn Tage vor Auktionsende steht die Auktion schon bei $1,3 Millionen. Der Vorbesitzer war übrigens wahrscheinlich Nicolas Cage (siehe Bleeding Cool).

Daneben gibt weitere sehr wertvolle Comics (wie wäre es mit Amazin Fantasy #15, Superman #1 oder Detective Comics #27). Die Preise im Bereich für solvente Comicsammler und -spekulanten werden seit ein paar Jahren im Eiltempo immer aberwitziger ($100,000 Club).

Action Comics #1

Ein wenig abstrus sind zum Teil die Stücke aus Jerry Siegels, einem der beiden Superman-Erfinder, privater Sammlung stammen. Neben einigen seiner Kleidungsstücken (seine Lieblingskrawatte, sein Lieblingsshirt, ein anderes Lieblingsshirt) wird eine Haarsträhne versteigert :crazy:.

Monatslieferung US Comics - September 2011

Diesmal fanden sich diese US-Hefte in der monatlichen Abolieferung:

Comic Book Straw Poll

Man kann den Eindruck bekommen, der US-Comicmarkt bestünde nur noch aus Events und Publicity Stunts (allen voran der Rebbot/Relaunch bei DC). Und da ist schon die nächste Marketingaktion. Nachdem der Iowa Straw Poll für Schlagzeilen sorgte, kommt nun der Comic Book Straw Poll. Bei BOOM! Studios kam man auf eine gewitzte Idee, um ein paar Hefte mehr als sonst zu verkaufen. Im November wollen sie zu jedem republikanischen Präsidentschaftskandidaten und zu Obama ein biografisches Comicheft erscheinen. Der Titel mit den meisten Vorbestellungen wird zum Gewinner erklärt. Und Sarah Palin ist auch dabei. Der Marketingmensch von BOOM!, Chip Mosher, betont im Interview bei CBR, das die Comics unparteiisch sein sollen.
Über die Zeichner und Autoren der Politcomics ist noch nichts bekannt. Nur der BOOM!-typische Preis von $3,99 ist schon bekannt. Und es gibt eine Mindestmenge von 1500 Bestellungen, damit ein Titel in den Druck geht. Das könnte für ein paar Kandidaten schwierig werden.

Mehr als ein Marketinggag ist das sicher nicht. Aber bei den Verkaufszahlen wird er sich bestimmt bezahlt machen. So von miserabel zu mittelmäßig :>. Einen (kleinen) Markt für Comicbiografien aktueller Politakteure scheint es zu geben. Blue Water Productions bringen ja einen Titel nach dem anderen heraus.

Auch wenn es eine eigentlich nichtssagende Werbeaktion ist und das Kreativteam noch unbekannt ist, so ist mein Exemplar des Obama-Heftes schon so gut wie bestellt :D.

Quellen:
Pressemitteilung bei CBR
Interview mit Chip Mosher auf CBR
Decision 2012 (offizielle Webseite der Aktion)

US Comics August 2011

Mein Blog ist inzwischen seit einer halben Ewigkeit tot. Langsam ist es an der Zeit, dem ganzen wieder etwas Leben einzuhauchen.

Ein kurzer Blick auf die US-Comics, die Samstag hier aufgeschlagen sind. Einmal im Moment kommt ein Paket mit meinen Abonnements.

Virgin Comics

Die Gründung von Virgin Comics hatte mich seinerzeit positiv überrascht. Das Richard Branson nach Virgin Records, Cola, Airways, Mobile und anderem auch dem Comic zuwendet, hätte ich nicht gedacht. Das er sich dabei mit dem "Elizabeth"-Regisseur Shekhar Kapur zusammentut und es ein indischer Verlag wird, noch viel weniger.

Als Zugpferde für die einzelnen Titel dienen vor allem bekannte Namen von ausserhalb der Comicszene, die unterschiedlich stark die Grundidee für die jeweilige Reihe lieferten. So erscheinen Hefte von John Woo ("Seven Brothers", naja Druchschnitt), Guy Ritchie ("Gamekeeper", die ersten Hefte haben mir gefallen), Dave Stewart oder Nicolas Cage. Bei letzterem wundert es mich, das sein Name nicht vorher schon häufiger auf Comicheften prangte. Das er ein Comicfan ist, ist ja schon lange bekannt.

Den neuesten Zuwachs in dieser Riege halte ich für weniger gelungen: Jenna Jameson. Geplant ist eine jugendfreie (!) Serie namens The Shadow Hunters. Die Frau kommt aus einer Branche, die nicht gerade für gutes Storytelling bekannt ist. Hier erwarte ich nichts besseres, zu offensichtlich sind die reinen Marketinggründe für diese Zusammenarbeit. Gute Geschichten spielen hier sicher keine Rolle.

Klingon Variant

Wie Geil!
Zur neuen Star Trek Comicreihe bei IDW Publishing erscheint im April ein Variant auf Klingonisch (newsarama.com).
Auf so einen Schrott stehen Geeks wie ich. Das Heft wird sofort bestellt :D.

Abonnements

Aus aktuellem Anlass möchte ich einen kurzen Überblick über meine abonnierten Magazine und Zeitschriften geben.

In den letzten beiden Wochen lagen eine ganze Reihe von Abolieferungen im Briefkasten, darunter ein Brief mit meinen ersten beiden Locus Heften. Dieses US-Magazin hat den Untertitel "The Magazine of the Science Fiction & Fantasy Field". Jeden Monat bietet es News, Reviews, Interviews und Artikel aus dem weiten Bereich der phantastischen Literatur. Locus bietet den Blick über die Science Fiction in den USA, mit kompletten Listen der in den Staaten und England erschienen Büchern und Magazinen. Es gibt aber auch den vereinzelten Sprung in andere Ländern. Letzte Woche erreichten mich nun die aktuelle Oktober-Ausgabe, mit einem umfangreichen Artikel über die Worldcon 2005 in Glasgow, und die Nummer vom letzten Februar (als Zugabe einer Sonderaktion) mit einem Interview mit Neil Gaiman und einem grossen Rückblick auf 2004. Das "Locus Magazine" ist layout-technisch eine Katastrophe, aber der Inhalt macht das wett, es erscheint monatlich.

Lcous ist aber nicht das einzige Magazin, das mich aus dem Ausland erreicht. Da gibt es noch die SFX (und "Knights of the Dinner Table" über einen meiner Comicdealer ;)). Vor einigen Jahren gab es den Versuch des Heel-Verlages, eine deutsche Ausgabe der "SFX" herauszubringen. Nach wenigen Heften war leider damit Schluss. Ein Abo des Originals ist aber zum Glück auch im Kontinentaleuropa nicht so teuer. Die "SFX" deckt Science Fiction, Fantasy und Horror in fast allen seinen Spielarten ab. Es finden sich Neuigkeiten, Berichte und Kritiken zu Kinofilmen und Fernsehserien. Leider werden wir die meisten der besprochenen Serien wohl nie im deutschen Fernsehen zu Gesicht bekommen. Die Literatur kommt mit einer Autorenvorstellungen, einigen Rezensionen und der schönen Kolumne vom Über-Fan Dave Langford (er hat gerade seinen 26. Hugo-Award gewonnen!) auch nicht zu kurz. Zu den Comics findet sich deutlich weniger. Das besondere an der SFX ist aber der lockere Ton. Das Heft ist einfach durch und durch britisch und immer schön zu lesen (auch wenn man als deutscher nicht alle Anspielungen verstehen kann). Jeden Monat gibt es eine neue etwa 130 Seiten starke Ausgabe.

Die bereits erwähnte Spaceview kaufe ich seit der ersten Ausgabe vor fast zehn Jahren und seit ein paar Jahren habe ich ein Abo. Der Augenmerk liegt vor allem auf fantastischen Serien und Filmen. Für Bücher bleibt eine Doppelsteite mit Kurzrezensionen und seit neuerem eine Kurzgeschichte. Die meisten aktuellen Serien interessieren mich nicht sonderlich und leider sind die Artikel nicht immer ganz fehlerfrei und gehen oft nicht sehr in die Tiefe. Meine Begeisterung für die "Spaceview" ist merklich abgekühlt, trotzdem ist die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift stellenweise recht informativ und unterhaltsam.

Die phantastisch! (Untertitel: "neues aus anderen welten") ist dagegen eher das literarische Phantastik-Magazin in Deutschland. In jeder Ausgabe finden sich mehrere informative Interviews, interessante und tiefgehende Artikel, Kurzgeschichten und Rezensionen. Ein Highlight im Moment sind sicher die Werkstattnotizen von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Ohne die vier phantastisch! im Jahr würde mir was fehlen, jedes mal grossartig.

Ohne Comicfachmagazin geht es bei mir natürlich nicht. Die Comixene deckt alle Facetten der sequentiellen Kunst ab. Von frankobelgischen Klassikern über amerikanische Superhelden über Mangas zu deutschen Independenttiteln gibt es keine Scheuklappen. Die bunte Mischung aus Informationen, Comic und Artikeln von kompetenten Autoren macht die "Comixene" für mich zu einer gelungenen Sache. Derzeit erscheinen zehn Ausgaben pro Jahr, wobei im Moment aufgrund häufiger Verspätungen und der Arbeitsbelatung der Macher eine zweimonatliche Erscheinungsweise diskutiert wird.

Aber eigentlich kann man sich bei der "Comixene" nicht wirklich über die ein oder zwei Wochen Verspätungen beschweren. Von der Mephisto kam Donnerstag die Doppelnummer 30/31, glatte fünf Monate später als angekündigt. Durch einen veränderten Rhytmus versuchen sie das Problem in den Griff zu bekommen, aber das professionell aufgemachte Magazin entsteht neben dem normalen Broterwerb. Thema der "Mephisto" sind phantastische Spiele, Hauptaugenmerk auf der WoD ("Vampire", "Werewolf"), "Shadowrun", "Cthulhu" und andere vor allem düstere Rollenspiele mit Szenarien und Artikeln. Dazu gibt es noch Neuigkeiten, Interviews und Artikel aus dem phantastischen Belletristik und Kritiken zu Spielen, Romanen, Filmen und Computerspielen. Meist lese ich nur die Hälfte und stelle die Abenteuer für mögliche Runden zurück.

Schlussendlich gibt es noch die Cthuloide Welten, ein Magazin voll und ganz dem Rollenspiel zu H. P. Lovecrafts Cthulhu gewidmet. Jeden April und Oktober (zur Spielemesse in Essen) erscheint eine neue hochwertige Ausgabe mit Abenteuern, Hintergrundartikeln zu den 20ern und weiteren Spielhilfen.

Vom offiziellen Star Wars Magazin kaufe ich mir zwar jede Ausgabe, aber ein Abo habe ich immer noch nicht abgeschlossen.

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