Virgin Comics

Die Gründung von Virgin Comics hatte mich seinerzeit positiv überrascht. Das Richard Branson nach Virgin Records, Cola, Airways, Mobile und anderem auch dem Comic zuwendet, hätte ich nicht gedacht. Das er sich dabei mit dem "Elizabeth"-Regisseur Shekhar Kapur zusammentut und es ein indischer Verlag wird, noch viel weniger.

Als Zugpferde für die einzelnen Titel dienen vor allem bekannte Namen von ausserhalb der Comicszene, die unterschiedlich stark die Grundidee für die jeweilige Reihe lieferten. So erscheinen Hefte von John Woo ("Seven Brothers", naja Druchschnitt), Guy Ritchie ("Gamekeeper", die ersten Hefte haben mir gefallen), Dave Stewart oder Nicolas Cage. Bei letzterem wundert es mich, das sein Name nicht vorher schon häufiger auf Comicheften prangte. Das er ein Comicfan ist, ist ja schon lange bekannt.

Den neuesten Zuwachs in dieser Riege halte ich für weniger gelungen: Jenna Jameson. Geplant ist eine jugendfreie (!) Serie namens The Shadow Hunters. Die Frau kommt aus einer Branche, die nicht gerade für gutes Storytelling bekannt ist. Hier erwarte ich nichts besseres, zu offensichtlich sind die reinen Marketinggründe für diese Zusammenarbeit. Gute Geschichten spielen hier sicher keine Rolle.

Klingon Variant

Wie Geil!
Zur neuen Star Trek Comicreihe bei IDW Publishing erscheint im April ein Variant auf Klingonisch (newsarama.com).
Auf so einen Schrott stehen Geeks wie ich. Das Heft wird sofort bestellt :D.

Abonnements

Aus aktuellem Anlass möchte ich einen kurzen Überblick über meine abonnierten Magazine und Zeitschriften geben.

In den letzten beiden Wochen lagen eine ganze Reihe von Abolieferungen im Briefkasten, darunter ein Brief mit meinen ersten beiden Locus Heften. Dieses US-Magazin hat den Untertitel "The Magazine of the Science Fiction & Fantasy Field". Jeden Monat bietet es News, Reviews, Interviews und Artikel aus dem weiten Bereich der phantastischen Literatur. Locus bietet den Blick über die Science Fiction in den USA, mit kompletten Listen der in den Staaten und England erschienen Büchern und Magazinen. Es gibt aber auch den vereinzelten Sprung in andere Ländern. Letzte Woche erreichten mich nun die aktuelle Oktober-Ausgabe, mit einem umfangreichen Artikel über die Worldcon 2005 in Glasgow, und die Nummer vom letzten Februar (als Zugabe einer Sonderaktion) mit einem Interview mit Neil Gaiman und einem grossen Rückblick auf 2004. Das "Locus Magazine" ist layout-technisch eine Katastrophe, aber der Inhalt macht das wett, es erscheint monatlich.

Lcous ist aber nicht das einzige Magazin, das mich aus dem Ausland erreicht. Da gibt es noch die SFX (und "Knights of the Dinner Table" über einen meiner Comicdealer ;)). Vor einigen Jahren gab es den Versuch des Heel-Verlages, eine deutsche Ausgabe der "SFX" herauszubringen. Nach wenigen Heften war leider damit Schluss. Ein Abo des Originals ist aber zum Glück auch im Kontinentaleuropa nicht so teuer. Die "SFX" deckt Science Fiction, Fantasy und Horror in fast allen seinen Spielarten ab. Es finden sich Neuigkeiten, Berichte und Kritiken zu Kinofilmen und Fernsehserien. Leider werden wir die meisten der besprochenen Serien wohl nie im deutschen Fernsehen zu Gesicht bekommen. Die Literatur kommt mit einer Autorenvorstellungen, einigen Rezensionen und der schönen Kolumne vom Über-Fan Dave Langford (er hat gerade seinen 26. Hugo-Award gewonnen!) auch nicht zu kurz. Zu den Comics findet sich deutlich weniger. Das besondere an der SFX ist aber der lockere Ton. Das Heft ist einfach durch und durch britisch und immer schön zu lesen (auch wenn man als deutscher nicht alle Anspielungen verstehen kann). Jeden Monat gibt es eine neue etwa 130 Seiten starke Ausgabe.

Die bereits erwähnte Spaceview kaufe ich seit der ersten Ausgabe vor fast zehn Jahren und seit ein paar Jahren habe ich ein Abo. Der Augenmerk liegt vor allem auf fantastischen Serien und Filmen. Für Bücher bleibt eine Doppelsteite mit Kurzrezensionen und seit neuerem eine Kurzgeschichte. Die meisten aktuellen Serien interessieren mich nicht sonderlich und leider sind die Artikel nicht immer ganz fehlerfrei und gehen oft nicht sehr in die Tiefe. Meine Begeisterung für die "Spaceview" ist merklich abgekühlt, trotzdem ist die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift stellenweise recht informativ und unterhaltsam.

Die phantastisch! (Untertitel: "neues aus anderen welten") ist dagegen eher das literarische Phantastik-Magazin in Deutschland. In jeder Ausgabe finden sich mehrere informative Interviews, interessante und tiefgehende Artikel, Kurzgeschichten und Rezensionen. Ein Highlight im Moment sind sicher die Werkstattnotizen von Bestsellerautor Andreas Eschbach. Ohne die vier phantastisch! im Jahr würde mir was fehlen, jedes mal grossartig.

Ohne Comicfachmagazin geht es bei mir natürlich nicht. Die Comixene deckt alle Facetten der sequentiellen Kunst ab. Von frankobelgischen Klassikern über amerikanische Superhelden über Mangas zu deutschen Independenttiteln gibt es keine Scheuklappen. Die bunte Mischung aus Informationen, Comic und Artikeln von kompetenten Autoren macht die "Comixene" für mich zu einer gelungenen Sache. Derzeit erscheinen zehn Ausgaben pro Jahr, wobei im Moment aufgrund häufiger Verspätungen und der Arbeitsbelatung der Macher eine zweimonatliche Erscheinungsweise diskutiert wird.

Aber eigentlich kann man sich bei der "Comixene" nicht wirklich über die ein oder zwei Wochen Verspätungen beschweren. Von der Mephisto kam Donnerstag die Doppelnummer 30/31, glatte fünf Monate später als angekündigt. Durch einen veränderten Rhytmus versuchen sie das Problem in den Griff zu bekommen, aber das professionell aufgemachte Magazin entsteht neben dem normalen Broterwerb. Thema der "Mephisto" sind phantastische Spiele, Hauptaugenmerk auf der WoD ("Vampire", "Werewolf"), "Shadowrun", "Cthulhu" und andere vor allem düstere Rollenspiele mit Szenarien und Artikeln. Dazu gibt es noch Neuigkeiten, Interviews und Artikel aus dem phantastischen Belletristik und Kritiken zu Spielen, Romanen, Filmen und Computerspielen. Meist lese ich nur die Hälfte und stelle die Abenteuer für mögliche Runden zurück.

Schlussendlich gibt es noch die Cthuloide Welten, ein Magazin voll und ganz dem Rollenspiel zu H. P. Lovecrafts Cthulhu gewidmet. Jeden April und Oktober (zur Spielemesse in Essen) erscheint eine neue hochwertige Ausgabe mit Abenteuern, Hintergrundartikeln zu den 20ern und weiteren Spielhilfen.

Vom offiziellen Star Wars Magazin kaufe ich mir zwar jede Ausgabe, aber ein Abo habe ich immer noch nicht abgeschlossen.

F.A.Z. Comic Edition 2: Peanuts


Wer kennt sie nicht, Charlie Brown, Snoopy und all die anderen der Peanuts. Der zweite Band der F.A.Z.-Edition "Klassiker der Comic-Literatur" widmet sich diesem vielleicht bekanntesten aller Zeitungsstrips.

Ich kenne die Peanuts vor allem von denm täglichen Strip in der Morgenpest (einer der drei guten Einrichtungen in der Hamburger Tageszeitung, die anderen sind die Ottifanten und das leichte Kreuzworträtsel, das schaffe sogar ich). Im vorliegenden Buch sind aber nur Sonntagsseiten aus den Jahren 1970-74 und 1997-99. Diese erstrecken sich über eine ganze Seite und sind farbig. Die unvergesslichen Charakteren und alltagsphilosophischen Geschichtchen funktionieren aber genauso gut, ob sie nun drei oder acht Bilder haben. Die Peanuts, die Charles M. Schulz fünfzig Jahre lang schrieb und zeichnete, sind einfach schön und witzig. Sie sind so universell, das jeder etwas mit ihnen anfangen kann.

So gut die Comics in diesem Band auch sind, so miserabel ist die Einleitung von Patrick Bahners. Alles Schlechte, was manchmal über Feuilletonisten gesagt wird, bestätigt sich hier auf eklatante Art und Weise. Bahners schwadroniert über dieses und jenes, ohne das es einen wirklichen ezug zum Werk hat. Da reicht ein einzelner Strip, damit er sich in selbstverliebten Abschweifungen ergeht. Dabei bieten sich nicht mal interessante Interpretationsmöglichkeiten. Es liest sich einfach nur nervtötend.

Da Schulz Zeichnungen nur sehr einfach sind und die Peanuts auch nicht wirklich textlastig sind, stört das kleine Format der Edition überhaupt nicht.
Wenn man das mislungene Vorwort ignoriert, bekommt man eine geballte Ladung von 250 Seiten Peanuts für relativ wenig Geld. Mir hat das Buch sehr gut gefallen :).

Falls jemand Blut geleckt hat und sich fragt, warum nur so wenig Peanuts-Bücher lieferbar sind, sollte einfach bis zum nächsten Jahr warten. Carlsen beginnt Sommer 2006 damit, die Komplettausgabe der Peanuts in deutsch zu verlegen (oder man holt sich die Originalausgabe von Fantagraphics). Damit ist man dann ein paar Jahre beschäftigt (Quelle: Splashcomics).

F.A.Z. Comic-Edition 1: Superman

Man kann es überall auf Plakaten lesen, die F.A.Z. und die Bild bringen gerade jeweils eine Comic-Edition auf den Markt. Die Bücher bieten viel Comic für wenig Geld. Da ich bei sowas nur schwer widerstehen kann, sammle ich jetzt fleissig die Reihe der Frankfurter Allgemeinen.

Der erste Band ist dem bekanntesten aller Superhelden gewidmet, Superman. Über den Mann vom Planeten Krypton muss man nicht viele Worte verlieren, jeder kennt den Gutmenschen mit fast unglaublichen Superkräften. In seiner fast siebzigjährigen Geschichte entstanden hunderte von Comics, mehrere Fernsehserien und der fünfte Spielfilm wird gerade gedreht. Diese Figur begründete ein ganzes Genre und bestimmte die Regeln für Dutzende weiterer Comichelden. Kaum ein Superheld ohne eine geheime Tarnidentität. Bei Superman zugegebenermassen immer etwas naiv, die Brille und die Frisur kann doch unmöglich darüber hinwegtäuschen, das Clark Kent und Superman ein und dieselbe Person sind. Aber ich bin auch kein Superman-Spezialist.

Auf etwa 250 Seiten versucht der Band eine Abriss durch die Geschichte des Helden zu bieten. Hierzu finden sich neun Geschichten aus sehs Jahrzehnten und eine ausführliche und erhellende Einleitung. Die ersten beiden Stories aus Supermans Anfangstagen vom Originalteam Siegel/Shuster, u.a. die erste erschienene, lesen sich etwas altbacken und sind es vom Artwork auch. Die Zeichnungen der anderen Geschichten sind deutlich besser. Die von Curt Swan haben auch nach vierzig Jahren nichts von ihrer Anziehung verloren. Storytechnisch hat die Redaktion einige perlen hier versammelt, u.a. zwei vom Comic-Schwergewicht Alan Moore. Besonders hat das Aufeinandertreffen unseres Helden mit einer Superheldentruppe ähnlich der "Authority". Die Truppe ist so garnicht wie der Junge aus Metropolis. Die Superman/Wonderwoman-Story ist dagegen meiner Meinung nach recht schwach (für so einen Auswahlband).

Leider gibt es auch ein paar Kritikpunkte am Eröffnungsband der Edition "Klassiker der Comic-Literatur". Das Format ist sehr klein. Die Bücher haben etwa DIN A5, nur wurde Superman für ein grösseres Format gezeichnet und gelettert. Hier ist es noch nicht so schlimm. Die (kleine) Schrift lässt sich gerade noch lesen und Details lassen sich erkennen.
Zum anderen hatte ich mir Hardcover gewünscht und hatte das so auch aus den ersten Meldungen herausgelesen. Das konnte man für den Preis nicht unbedingt erwarten und Softcover ist auch ganz schön. Nur wellt sich das blöde Cover schnell. Zwar nicht sehr stark, aber ich hoffe die FAZ und Panini (der Partner bei dieser Reihe) bekommen das Problem bei den folgenden Bänden in den Griff.

Trotzdem bleibt das Buch eine lohnende Anschaffung. Man bekommt einen Einblick in einen wichtige Figur der Comicgeschichte mit schönen Stories, die wunderbar unterhalten. Und das zu einem sehr günstigem Preis. 4,90 Euro für 250 Seiten in Farbe ist ein Angebot, bei dem man schwer Nein sagen kann :).

Cover: F.A.Z.

Batman Begins

Laue Sommerabende, die Wiesen sind voll von Sonnenhungrigen, andere entspannen sich in den Biergärten. Und ich gehe ins Kino und schaue mir den düsteren "Batman Begins" an. :D

Ich war nie ein Batman-Fan. Die Comics reizen mich nicht wirklich und auf der Leinwand konnte der Dunkle Ritter mich auch nie überzeugen. Die beiden Tim Burton Filme waren noch recht ordentlich, mehr auch nicht. Ich habe versucht mir die beiden Machwerke von Joel Schumacher im Fernsehen anzuschauen. Vollständig habe ich es weder bei "Batman Forever" noch bei "Batman & Robin" geschafft. Besonders letzterer ist ein Film, bei dem man alles andere machen möchte, nur nicht weitergucken. Und die Serie (und dessen Ablegerfilm) aus den Sechzigern sind ein Thema für sich. (Für das Protokoll: Die Serials aus den 30ern kenne ich garnicht)

Trotzdem stand der Kinobesuch nach den ganzen guten Kritiken und Meinungen zu "Batman Begins" ausser Frage. Bereut habe ich es nicht.

"Batman Begins" beschäftigt sich vor allem damit, wie Bruce Wayne zu Batman wird. Der Film nimmt sich erfreulich viel Zeit die 'Origin' zu erklären. Die ansonst typische Superheldengeschichte, in der Batman Gotham vor einem "Superschurken" rettet, steht im Hintergrund und ist fest mit Bruce Waynes Weg zum Helden verbunden. Der Film hat seine besten Momente, wenn die psychologische Seite der Hauptfigur beleuchtet wird. Trotzdem ist noch Raum für Action, vielleicht zu wenig. Leider sind die Kämpfe zu unübersichtlich. Nahaufnahmen mit wackelnden Handkameras und das ganze noch schnell geschnitten sind nicht zuschauerfreundlich. Das scheint ein Trend zu sein (siehe Riddick), der mir nicht gefällt.
Christian Bale füllt die Titelrolle voll aus. Seine Vorstellung als Batman ist bisher die beste von allen Schauspielern, die sich das Fledermauskostüm übergezogen haben. Er hat die nötige Ausstrahlung und Statur (wobei er nach meinem Empfinden während des Films noch an Muskelmasse zulegt). Zum Glück wirkt er in dem Kostüm niemals albern. Ich muss aber zugeben, das mir Michael Keaton als der normalere Bruce Wayne besser gefiel (dafür konnte er sein Alter Ego Batman nie ausfüllen).
Die Besetzung von "Batman Begins" ist aber in der Breite aussergewöhnlich. Der alte Gentleman Michael Caine passt perfekt in sein Rolle des Butlers Alfred. Gary Oldman (Inspector Gordon), Liam Neeson (Bruces Lehrer Ducard), Rutger Hauer, Cilian Murphy (Scarecrow), Morgan Freeman und Tom Wilkinson zeigen alle gute Leistungen. Das bei so vielen (guten) Schauspielern, auch einige hinten anstehen müssen, ist nur natürlich. Aber Ken Watanabe als Ra's Al Ghul ist enttäuschend. Katie Holmes wirkt als Staatsanwältin nicht glaubwürdig und spielt, als wäre sie noch bei "Dawsons Creek" und nicht in einer grossen Kinoproduktion. Ich werde sie in einer Fortsetzung nicht vermissen.
Die Inszenierung von Christopher Nolan ist flott und an keiner Stelle langweilig. Sein Gotham ist realistischer als Burton Version. Die Stadt ist heller, aber unter der Oberfläche wohl noch dreckiger.

"Batman Begins" ist eine willkommene Rückkehr des Dunklen Ritters und schlägt die vorherigen Filme um Längen. Ich habe mich prächtig unterhalten :D.
Die freundlicheren Superhelden der Marke Spider-Man oder X-Men liegen mir persönlich aber am Ende doch einfach mehr.

Crossgen

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Seit ein paar Tagen sind wieder ein paar Rezis von mir auf der Crossgenfanpage online gegenagen :)
Wer will, kann sich dort oder auf der Verlagsseite Crossgen Deutschland mal ansehen, wofür ich inzwischen einen hohen dreistelligen Betrag dem Wirtschaftskreislauf zugeführt habe :.

Leider musste der US-Verlag vor einigen Monaten dicht machen. Die Restfirma wurde von Disney aufgekauft. Die meisten der Serien sind damit wohl vollkommen gestorben.

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